Wie gehe ich mit Angst um

Angst vor Dunkelheit, vor Überfall, vor Unfall, also reale Ängste die kennt jeder. Was aber ist mit den undefinierbaren Ängsten, jenen Ängsten oder gar Panikattacken, die man so schwer benennen kann? Wie geht man damit um?

Was macht dir Angst?

Wie bei allem ist es auch hier wichtig, dir deine Angst bewusst zu machen. Klingt logisch, oft ist es aber so, dass wir unsere Angst gar nicht wahrnehmen, weil wir sie schon so überlagert haben, dass wir gar nicht mehr wissen, dass da eine Angst in uns lauert.

Ich hatte eine frühere Freundin, also da waren wir noch jung, und sie war körperlich fit. Diese Freundin war nicht in der Lage eine Treppe hinunterzugehen, ohne sich am Geländer festzuhalten. Ich glaube, sie hat sich darüber nie Gedanken gemacht. Heute weiß ich, dass da eine tiefsitzende Angst dahinter steckte.

Und solche Verhaltensweisen haben wir im Alltag ganz viele und denken gar nicht mehr darüber nach.

„Bekämpfe deine Angst“

Kommt euch das bekannt vor? Wir sollen immer alles bekämpfen, Krebs, Armut, Hunger. Ich halte davon nichts. Ich bekämpfe gar nichts, ich will nicht kämpfen. Kampf scheint mir auch nicht von allzuviel Erfolg gekrönt zu sein. Krebs usw. gibt es ja immer noch. Ich halte mehr davon, sich mit der Angst zu verbünden.

Sieh deine Angst als ein Wesen an. Ein Wesen, welches dir zeigen will, wo es bei dir klemmt. Wenn du Angst vor Hunden hast, dann ist das nur eine Verkleidung der Angst. Die Angst will dir über den Hund zeigen, dass du eigentlich Angst vor Angriffen hast. Oder du hast Angst vor Dunkelheit, analog hast du Angst davor, dich mit deinen eigenen Tiefen zu befassen, dir dein Inneres genauer anzuschauen. Angst vor Wasser bedeutet Angst vor Gefühlen. Und so kannst du alle Ängste übersetzen.

Es ist nicht sinnvoll, eine Angst mit Medikamenten zu unterdrücken. Die Angst wird immer da sein und sich auf andere Weise bemerkbar machen.

Nimm deine Angst wahr und nimm sie an

Wie alles im Leben will auch die Angst wahrgenommen werden. Sie will nicht weggeschoben werden, unterdrückt werden. Wenn du das mit ihr tust, wird sie sich immer mächtiger in Erinnerung bringen.

Arbeite mit deiner Angst, schau sie dir an, mach dir deine Gedanken und nimm sie wahr.

Und wenn du sie dir bewusst machst, bemerkst du auch Ängste, die bisher im Verborgenen gelauert haben und die du gar nicht wahrgenommen hast.

Arbeite mit deiner Angst zusammen

Denke einmal darüber nach, was du dich alles nicht traust zu tun. Oft sind es ganz banale Dinge. Du gehst vielleicht immer einen Umweg, weil du eine bestimmte Person nicht treffen möchtest. Oder du erfindest Ausreden, weil du dich nicht an eine Abmachung halten willst. Du hast wenig Geld und entwickelst Strategien, damit andere das nicht bemerken und und und.

Es geht darum, dir das einfach bewusst zu machen. Zunächst mal ohne eine Lösung dafür zu haben. Sei ehrlich zu dir selber. Du willst, als Beispiel, eine bestimmte Person nicht treffen und gehst daher immer einen anderen Weg, um ihr nicht zu begegnen. Das ist dir zwar klar, aber wahrscheinlich hast du dir das noch nie so richtig bewusst gemacht. Du machst es einfach, eben weil du weißt, dass sie auf diese Art nicht treffen wirst. Die Angst aber, ihr dennoch über den Weg zu laufen, lauert immer tief in dir drin.

Willst du wirklich so weiter leben? Immer auf der Hut sein müssen! Ehrlich, das ist doch irgendwie doof. Indem du dir diese Angst ganz plastisch vor Augen hältst, hast du den ersten Schritt schon getan. Glaub es mir, eine Sache verliert viel von ihrer Angst, wenn du dich ganz nah mit ihr verbündest. Stell dir einfach vor, wie du dich fühlst, wenn die betreffende Person plötzlich vor dir steht. Mach es dir zur Übung, immer wieder diese Vorstellung hoch zu holen. Das ist die Verbindung mit der Angst. Du wirst relativ schnell feststellen, dass deine Angst sich in eine Stärke umwandelt. Und ob du es glaubst oder nicht. Sobald du deine Angst konfrontierst, verzieht sie sich. Das ist so!

Komm aus deiner Komfortzone

Auch so ein Schlagwort, das man oft hört. Aber genau darum geht es. Komfortzone ist übersetzt ein Schutz vor der Angst. Sobald du diese Komfortzone verlässt, bist du mit deiner Angst konfrontiert. Da kann es um so was banales gehen wie statt auf dem Sofa rumzulümmeln, einfach aufzustehen und einen Spaziergang machen. Was das nun mit Angst zu tun hat? Zunächst wenig, aber es ist ein Weg zu ihr hin. Du kommst dir selber näher, wenn du deine Routine durchbrichst. Du baust eine andere Energie auf, indem du etwas tust, was du normalerweise nicht tun willst.

Die Angst vor der Angst überwinden

Das ist der erste Schritt. Die Angst einfach mal kennenlernen. Darum geht es. Dinge, die wir kennen verlieren ganz schnell ihren Schrecken.

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