Was mir mein Claim „Besitz besetzt“ bedeutet

Besitz besetzt, das ist mein Claim. Mein Motor, der mich antreibt, der mich umtreibt. Das passt auch sehr gut zu meinem Aszendenten Zwillinge. Zur Erklärung: der Aszendent in der Astrologie ist sozusagen der Motor und das Sonnenzeichen ist das Auto, das vom Motor angetrieben wird. Die Zwillinge Energie hält nicht fest. Das Luftzeichen sorgt dafür, dass man sich zwar für alles interessiert, aber an nichts wirklich kleben bleibt. Hat natürlich auch was oberflächliches, das muss man auch sagen. In diesem Fall ist Oberflächlichkeit aber auch nicht unbedingt als was negatives anzusehen.

Irgendwo hatte ich den Begriff „Besitz besetzt“ gelesen und war sofort elektrisiert. Ja, das ist genau der Spruch für mich, passt wie für mich gemacht. Ich habe mich noch nie wohlgefühlt mit Besitz. Ich fand Dinge zu besitzen immer belastend. Man muss auf so vieles aufpassen, man muss sich so vieles merken, man muss so vieles pflegen und warten. Das überfordert mich einfach.

Trotzdem habe ich natürlich auch mehr als genügend Dinge in meinem Haushalt. Auch, wenn ich immer wieder bestrebt bin, einiges auszusortieren, so stelle ich doch immer wieder fest, dass das relativ wenige, was ich habe, mir noch immer zu viel ist.

Es ist ein Prozess, den ich vor vielen Jahren in Gang gesetzt habe. Seitdem überprüfe ich immer wieder meine Sachen. Was brauche ich noch, was kann weg. Und ich kann mich auch immer leichter trennen. Leider, das finde ich schade, bin ich so gar nicht der Verkäufertyp. Ich habe öfter versucht, etwas zu verkaufen, aber es gelingt mir einfach nicht oder es ist mir den Aufwand dann auch nicht wert. So verschenke ich alles. Das tut mir inzwischen auch dann nicht mehr leid, wenn etwas sehr teuer war. Ich brauche es nicht mehr, ich will es nicht mehr, ich will es einfach weg haben. Punkt.

Was mir widerstrebt ist, Dinge wegzuwerfen. Kürzlich las ich den Vorschlag von einem sehr spirituellen Menschen sogar, dass man Dinge, die man nicht mehr will, wegwerfen soll, ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass jemand das noch brauchen könnte. Es wäre für das eigene Seelenheil wichtig, sich sofort zu trennen. Sorry, ich finde das höchst dekadent. Es macht mich richtig wütend. Es gibt so viele Menschen, die dringend etwas benötigen und dann soll ich einfach was wegschmeißen. Also, ich kann und will das auch nicht.

Besitz geht aber weit über materiellen Besitz hinaus. Gerade als Luftzeichen Zwillinge neige ich dazu, geistige Inhalte aufzunehmen und als Sonnenzeichen Stier diese zu horten. Auch da muss ich höllisch aufpassen, dass ich mich nicht überfordere und immer wieder ausmisten. Ich brauche keine Unterlagen mehr zu Themen, die mich früher mal interessiert haben und die ich längst hinter mir habe. Ich habe mir auch abgewöhnt, Bücher aufzubewahren. Ich lese in der Regel ein Buch einmal, es sei dann es ist ein Nachschlagewerk. An manchen Büchern hänge ich aus irgendwelchen Gründen. Das ist ok. Da es wenige sind, habe ich kein Problem damit, sie aufzuheben, aber alle Einmalgelesenen entsorge ich.

Bei uns Frauen ist das Thema Kleidung ja auch immer wichtig. Ich kenne tatsächlich Frauen, die noch Teile aus der Zeit, als sie 16 waren, besitzen. Für mich kommt das nicht in Frage. Klar, es gab bestimmte Kleidungsstücke, in denen ich mich super gefühlt habe, in denen ich richtig gut aussah, aber das war früher. Selbst wenn mir eine Hose (mittlerweile habe ich eine Größe höher) noch passen würde, bin ich nicht mehr die Person, die diese früher getragen hat und somit hätte ich auch nicht mehr die Wirkung damit. Und sie als Erinnerung zu behalten widerstrebt mir ebenso. Es würde mich, wenn auch unbewußt, immer daran erinnern, dass eine gute Zeit vorbei ist. Und das kann sich doch auch nicht positiv auf mein Seelenleben auswirken.

Fotos sind auch so ein Thema. Ich hatte mindestens zwei Meter Regal voller Fotoalben. Das hat mich irgendwann so gestört, weil sie Platz versperrten und ich ja auch sehr selten da mal reinschaue. Ich habe nun alle Fotos abfotografiert und in einen Ordner im PC verstaut. Einige der Originalbilder habe ich Leuten geschickt, die darauf zu sehen waren, und die haben sich total darüber gefreut, den Rest habe ich weggeworfen. Es ist auch gar kein so großer Aufwand, das alles zu fotografieren. Ich habe mir jeden Tag einen kleinen Teil vorgenommen und somit war das kaum Arbeit. Das nur als Tipp, vielleicht ist es für jemanden hilfreich.

Bei allem, was ich entsorgt habe, bedauere ich das eine oder andere Teil „oh warum habe ich das bloß nicht behalten?!“ Das ist normal, aber unterm Strich ist es für mich sehr befreiend, wenn ich mich von etwas trenne, was mir einfach nicht mehr dient.

Und darum geht es auch: Unser Besitz, materiell und geistig, soll uns dienen. Er ist dazu da, uns im Leben weiterzubringen, uns zu helfen. Etwas, was ständig abgestaubt werden muss und Platz raubt oder Ordner, sei es im PC oder Regal, die nie mehr angeschaut werden, bringt uns doch gar nicht weiter. Wobei es nicht um Dinge geht, die uns emotional etwas bedeuten. Auch ich habe noch u.a. mein altes Poesie-Album

Das ist noch so ein schönes 50iger Jahre Design

aus der Schule und meinen Teddy aus der Kindheit

Das ist ok, weil es mein Leben bereichert. Wichtig ist hier aber, dass emotional bedeutungsvolle Dinge meist wenige sind und uns daher auch nicht behindern.

Fazit: Minimalistisch zu leben ist ein lebenslanger Prozess, also zumindest für mich. Sicher gibt es Leute, die da radikaler sind, aber für mich ist der sanfte Weg der bessere. Je mehr ich mich mit einer Sache befasse, desto mehr begreife ich ihre Bedeutung für mich und kann dann leichter entscheiden, ob ich diese Sache weiter in meinem Leben haben möchte oder mich trenne.

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