Sei du selber und höre auf deine innere Stimme

Alt sein, klar das will keiner. Aber jeder will alt werden. Und Ratschläge bekommen wir von allen Seiten. Aber was sind das für Ratschläge. Meistens geht es darum, dass wir verjüngende Cremes auftragen, viel Sport möglichst Yoga machen und uns vernünftig ernähren sollen, wobei die Ratschläge zu letzterem sehr unterschiedlich und daher verwirrend sind.

Sich gut pflegen, sich sportlich betätigen und gesund essen sind auf jeden Fall wichtige Säulen, um im Alter fit zu sein. Aber das alleine macht es nicht. Die Crux dabei ist nämlich, dass das alles von außen an uns herangetragen wird. Andere erzählen uns, was für uns gut und richtig ist. Wir sind regelrecht darauf getrimmt, immer auf Experten und Fachleute zu hören. Wer sagt denn, dass die es immer besser wissen? Es geht doch vielmehr darum, dass wir auf unser Inneres hören. Nur du und ich können Experte sein für unseren eigenen Körper und unser Wohlbefinden.

Wir können die Verantwortung nicht abgeben und uns nach den Vorgaben eines Arztes oder Therapeuten oder sonstwem ausrichten. Diese können uns nur unterstützen, aber du darfst dich nicht bevormunden lassen.

Hör dir Ratschläge an, lies dir alles mögliche durch, was andere gut für dich finden. Ja, sich informieren ist auf jeden Fall richtig. Aber folge nicht blind all diesen Vorgaben. Vielleicht kannst du Yoga gar nichts abgewinnen, warum also solltest du dich damit herumplagen? Täglich spazierengehen ist so gar nicht dein Ding? Dann lass es doch.

Es gibt immer wieder Trends, nach denen sich dann jeder zu richten hat. Wie z.B. Joggen. Das ist sicher gut für bestimmte Menschen, aber eben nicht für alle. Dennoch wird es so dargestellt, dass jeder es unbedingt tun sollte. Was dazu führt, dass diejenigen, denen das nichts gibt sich irgendwie als Versager fühlen und frustriert sind.

Lass dich nicht runtermachen von gesellschaftlichen Vorgaben. Es ist völlig in Ordnung, wenn du kein Yoga machst. Wichtig und richtig ist lediglich, dass du dein eigenes Ding findest. Und darum geht es auch. Jeder Mensch braucht einen körperlichen, geistigen und seelischen Ausgleich. Schau dich um, es gibt unendlich viele Sportarten, Hobbies, Interessengebiete und was nicht alles. Die Welt ist Fülle und hat alles zu bieten, was jeder so braucht. Du musst dich also nicht auf Yoga stürzen, wenn du viel lieber mit einem guten Buch im Sessel sitzt. Entspannen kann man auf viele Arten. Vielleicht schreibst du gerne deine Gedanken auf oder sinnierst vor dich hin, während du Musik hörst. Also ich will jetzt hier nicht Yoga schlecht reden. (Ich selbst mache es täglich). Mir geht es nur um ein Beispiel.

Es geht ums Hinterfragen, bei allem was du tust und was du glaubst. Wir sind so sehr darauf gedrillt, uns Gedanken, Meinungen und auch Lebensmuster aufschwatzen zu lassen, dass wir das kaum noch bemerken. Halt ab und zu inne und frage bei dir nach: Ist das wirklich das was ich übernehmen will?

Es geht im Grunde darum, dass du dich wieder auf dein eigenes inneres Wesen besinnst. Wir sind so gepolt, dass wir im Laufe unseres Lebens den Kontakt zu uns selber mehr und mehr verloren haben. Wenn alle in eine bestimmte Richtung rennen, dann muss das doch richtig sein? Oder! Vielleicht ist es aber gar nicht deine Richtung, denk einfach mal drüber nach.

Wenn ich so zurückdenke, dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen, was ich alles so bedenkenlos mitgemacht habe. Damals war mir das gar nicht bewußt. Im Gegenteil, ich war stolz darauf, so am Puls der Zeit zu leben. Ich war so ein richtiger Disco- und Ausgeh-Typ. Tatsächlich habe ich mich aber gar nicht wirklich wohl gefühlt in dieser Plastikwelt. Alle lebten so, was sollte daran falsch sein. Ich spürte schon ganz früh, dass mich Natur faszinierte. Aber ich habe diese Seite in mir nie wirklich gelebt, weil es in meinem Bekanntenkreis niemanden interessierte. Freunde waren mir damals wichtig, und ich habe mich immer daran orientiert, was sie gut fanden. Und so übernahm ich deren Lebensstil und glaubte, es sei mein eigener.

Jetzt könnte ich sagen, nun ja, das war halt so, warum soll ich im Alter daran noch was ändern? Also nicht, dass ich jetzt noch in eine Disco gehen wollte, ich meine damit, dass ich mich weiter an die Normen meiner Umgebung halten sollte. Aber, und das habe ich an mir selber immer wieder festgestellt, man kann sich noch ändern, egal wie alt man ist. Das ist eine tröstliche Feststellung. Niemand ist in seinem Muster festgehalten.

Sei mutig und hinterfrage dein Lebensmuster. Fang einfach mit kleinen Dingen an. Du bist niemandem Rechenschaft schuldig, nur dir selber. Stell dir öfter am Tag die immer gleiche Frage: Tue ich das, weil „man“ das so tut oder weil es mir entspricht? Du wirst schnell feststellen, wie du ins schwimmen kommst. Es ist nämlich gar nicht einfach, darauf eine Antwort zu finden. Wir sind so darauf getrimmt, von uns selber getrennt zu sein, dass wir gar nicht mehr spüren, wer wir wirklich sind. Aber mit einer so simplen Frage verschaffst du dir eine Chance, dich mit der Zeit wieder mit dir selber zu verbinden.

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