Passen Minimalismus und Sammeln zusammen?

Sammelst du gerne? Sammeln ist ein interessantes Thema, gerade wenn man puristisch leben will. Denn eigentlich beißt sich das ja. Jemand, der sich mit dem Nötigsten beschränken will, wozu sollte der was sammeln? Aber hier ist es wie mit gesundem Essen. Man will ja nicht nur was für seine Gesundheit tun, sondern auch genießen. So ähnlich verhält es sich mit dem Sammeln. Natürlich wollen wir nicht unsere Wohnung vollmüllen mit Sammlerartikeln, aber wir umgeben uns schließlich auch gerne mit Dingen, die ausschließlich unserem Gemüt dienen. Und das ist auch richtig so. Mein höchstes Prinzip ist immer noch: Leben soll Spaß machen und Genuß sein. Das hat höchste Priorität und alles was ich tue, dient diesem Prinzip. Dafür arbeite ich, mache mir Gedanken, wie ich meine Zeit einteile, usw.

Wenn ich nun also gerne bestimmte Dinge sammele, dann hat das durchaus seine Berechtigung. Nur, beim sammeln gilt wie bei allem anderen: Wir müssen mit Bedacht vorgehen. Nun kommt es natürlich auf die jeweiligen Gegenstände an. Wer Traktoren oder Tresore sammelt, hat eindeutig ein Platzproblem und paßt auch jetzt hier nicht in diese Kategorie. Ich kenne eine Frau, die sich auf Katzenmotive spezialisiert hat. Und darüber möchte ich mich ein wenig auslassen. Sie sammelt nämlich wahllos und alles, was mit Katzen zu tun hat. Ihre Wohnung ist ein einziges Sammelsurium von Katzenmotivartikeln. Bilder, Teppiche, Decken, Kissen, Statuen, Döschen, Vasen. Ich könnte seitenweise aufzählen, was diese Frau alles hortet. Ihr könnt euch sicher schon denken, worauf ich hinaus will. Klar, soll sie ihren Katzentick ausleben. Es müssen auch nicht unbedingt künstlerisch wertvolle oder ästhetisch ansprechende Dinge sein. Doch eine Linie muß einfach drin sein. Es geht immer darum, das einzelne Stück zu präsentieren oder beim sammeln, zusammengehörige Dinge entsprechend zu platzieren. Einfach nur ohne Überlegung immer wieder ein neues Stück kaufen und dann irgendwo hinstellen, wo halt noch Platz ist, läßt eine Wohnung schnell wie ein Lager wirken. Die einzelnen Artikel wirken nicht mehr und versperren den Blick. Es geht also darum, diesen Artikeln einen würdigen Platz zu geben, einen Platz, auf dem sie wirken und ihre eigene Atmosphäre entwickeln. Damit wird jede Wohnung aufgewertet. Besser ist es, einige Stücke, wenn man sich denn überhaupt nicht davon trennen kann, in Kisten zu verpacken und nur die besten aufzustellen.

Sammeln kann eine Wohnung sehr bereichern. Vor allem drücken Sammlungen ihren Besitzer aus. Jeder, der die Wohnung betritt, sieht gleich, womit sich der Besitzer gerne abgibt. Das schafft persönliche Nähe.

Zusammenfassend möchte ich nochmal ausdrücklich sagen: beim puristischen Leben geht es eben nicht darum, sich einen Sack um den Leib zu wickeln und auf einer Matte zu schlafen. Es darf nicht mit einem armen Leben verwechselt werden. Ein armes Leben ist ein Leben, in dem man sich mehr nicht leisten kann. Ein puristisches Leben ist eine eigene Entscheidung. Eine Entscheidung, sich aus all der Fülle, die unsere Gesellschaft bietet, das herauszupicken, was wir wirklich brauchen. Nichts zu nehmen, was uns aufgeschwatzt wird und darauf achten, daß wir uns mit den ausgewählten Dingen rundum wohl fühlen. Wir leben glücklicherweise in einer solchen Welt. Wenn ich mir einen Rock kaufen will, kann ich aus tausenden von Röcken auswählen. Arm ist es, einen zu kaufen, den ich gar nicht brauche, einen den man mir schmackhaft gemacht hat. Dann bin ich nicht mehr Herr der Lage und lasse mich überrumpeln. Achtet mal drauf, wie oft ihr in diese Falle tappt. Wir sind umgeben von soviel Werbung und so vielen Verlockungen, dass es manchmal gar nicht mehr möglich ist, zu wissen, ob ich selber entscheide oder ob andere für mich entscheiden. Wir sind nun mal Menschen und dementsprechend manipulierbar. Das ist gar nicht mal immer negativ.

Kürzlich war ich auf einem Markt. An einem der Stände dort entdeckte ich ungewöhnliche Röcke. Ich brauchte keinen. Mit der Verkäuferin kam ich ins Gespräch. Sie war so reizend, daß ich schließlich mit einem Rock und einer Jacke wieder von dannen zog. Nun gefielen mir die beiden Teilen ausnehmend gut, sonst hätte ich sie bestimmt nicht genommen. Aber puristisch war das nicht, denn ich brauchte weder das eine noch das andere. Trotzdem war und bin ich glücklich über diesen Kauf. Ich habe das Gefühl zwei außergewöhnliche Kleidungsstücke zu besitzen und der Austausch mit dieser Frau war so angenehm, daß diese gute Energie noch lange nachwirkt. Also immer auch darauf achten, daß Ihr Spaß habt beim puristischen Leben.

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