Monatsrückblick März 2020 – der spannendste Monat ever!

Nein, damit konnte man nicht rechnen. Nicht, dass alles sich so schnell verändern würde. Man kam gar nicht mehr nach. Jeden Tag gab es eine neue Nachricht, Verordnung, Erkenntnis. Puh, das war richtig anstrengend. Was zu Monatsbeginn noch gar nicht denkbar war, war zu Ende Normalität wie Schlangestehen vor den Läden, das Abstandhalten, geschlossene Läden, kaum Verkehr, kaum Menschen auf der Straße.

Meine Unternehmungen beschränken sich aufs wandern

Das Wetter hat so verrückt gespielt (als wenn es nicht genug wäre, dass wir Corona haben!), dass ich bemüht war, die schönen Tage möglichst zu nutzen. Es war ja wirklich irre, an einem Tag strahlender Sommer und am nächsten tiefer Winter. Sowas habe ich noch nie erlebt. Glaube ich zumindest, man verdrängt ja schnell was. Aber ich kann mich tatsächlich nicht an solche extremen Wetterumschwünge erinnern.

Auf jeden Fall habe ich die schönsten Wanderungen und Exkursionen in der Umgebung gemacht.

Angefangen hat es, das war nun weniger schön, am 6. März. Da traf ich mich mit einer Freundin in Kaiserslautern auf dem Stoffmarkt bei absolutem Sauwetter. Man kann es sich halt nicht immer aussuchen. Aber da war es noch möglich, einen Markt zu besuchen. Nicht, dass ich so eine passionierte Näherin wäre, aber solche Märkte inspirieren mich immer sehr. Wir verabredeten dann auch gleich, uns im Mai auf dem Stoffmarkt in Mannheim zu treffen. Na, ich habe meine Bedenken, ob das klappen wird.

Am 14. März machte ich noch einen Ausflug auf die Reichsburg in Cochem. Es überraschte mich, wie viele Touristen sich hier tummelten und alle dichtgedrängt zusammen. Das war dann aber auch wirklich der letzte Ausflug dieser Art.

Alle weiteren Unternehmungen fanden bei strahlend blauem Himmel statt, aber auf freiem Feld. Zwar war es oft noch ziemlich kalt, aber bei dem Himmel! Ich habe den Himmel noch selten so fantastisch blau erlebt. Ja, es war einfach wunderschön durch die frühlingshafte Natur zu laufen, an einem kleinen Waldbach zu sitzen und dem plätschernden Wasser zu lauschen und dabei mitgebrachte Brote zu essen. Mir wurde bewusst wie viel weniger Geld ich ausgebe. Ich wandere ja schon immer gerne, aber früher stets mit einem Abstecher in ein lauschiges Gasthaus. Das fällt nun weg, damit tue ich mich noch schwer.

um diese römischen Säulen zu bewundern muss man sich ganz schön steil nach oben quälen
eine Impression von den verwunschenen Wanderwegen, die ich im März erlaufen habe
das ist die Reichsburg von Cochem

Endlich wird es warm…

Für mich gibt es zwei deutliche Hinweise, dass der Frühling naht. Zum einen die Eröffnung der örtlichen Eisdiele und zum anderen die über dem Balkon hängenden Füße meines Nachbarn. Untrügliche Zeichen! Leider hatte die Eisdiele nur sehr kurz geöffnet. Dafür bleiben mir die Balkonfüße den ganzen Sommer über erhalten.

Sommer erkennt man daran, dass die Socken fehlen

Fasten und Korona bringen neue Seiten in mir hoch

Seit etlichen Jahren begehe ich regelmäßig die Fastenzeit. Also, nicht weil ich so fromm bin. Ich habe für mich festgestellt, dass mir das richtig gut tut. Es bringt mich näher zu mir selber. Diesmal verzichte ich auf Alkohol. Ja, ich trinke gerne abends Wein oder bestelle ein Bier, wenn ich unterwegs bin. Bis jetzt habe ich durchgehalten und darauf bin ich ganz stolz. OK, ich weiß nicht, ob es erwähnenswert ist, dass sich mein Kaffeekonsum deutlich erhöht hat und ich fast täglich was Süßes in mich reinstopfe. Wie sagte meine ehemalige Kollegin so treffend: „Die Summe der Laster bleibt sich stets gleich“. Lange wußte ich nicht, wie sie das meinte.

Ich bin auch wieder kreativ. Stricken war jahrzehntelang eine Leidenschaft von mir. Jahrelang habe ich schon keine Nadel mehr angefasst. Nun hat es mich wieder gepackt. Ich stricke mir jetzt eine Hose. Lach! Jeder, dem ich das erzähle, schaut mich mit einem merkwürdigen Blick an. Nun ich weiß ja auch nicht, ob die Hose dann auch anziehbar sein wird. Ich probiers einfach mal.

Stichwort kreativ: Das wollte ich nun auch im Haushalt durchsetzen. Es hat mich schon lange gestört, dass Katzenfutter soviel Plastikmüll verursacht. Also hatte ich mir vorgenommen, ab März selber für die Katze, in meinem Fall Kater, zu kochen. Im Internet suchte ich mir drei Rezepte aus und kochte mit Leidenschaft und Liebe, übrigens auch mit erheblichem finanziellen Einsatz diese Rezepte nach. Ums kurz zu machen: außer verächtlichem Schnauzerümpfen und sich abrupt abwenden kam keine weitere Reaktion von seitens des Katers.

Sobald die ersten Sonnenstrahlen rauskommen packt es mich, solange ich schon denken kann. Ich habe dann eine solche Sehnsucht nach rausgehen und mich in der Natur bewegen. Das habe ich ja auch sehr intensiv getan im März. Gerne hätte ich aber auch im Garten gearbeitet, aber dazu war es einfach zu kalt. Da muss ich mich noch etwas gedulden. Einige der Pflanzen die ich dann doch ungeduldigerweise schon gesetzt hatte, gingen natürlich kaputt durch den Nachtfrost.

Zu dem Zeitpunkt waren meine Pflanzen noch intakt

Corona Veränderungen

Der März war wohl, und ich glaube da spreche ich für alle, der turbulenteste Monat ever. Jeden Tag musste man sich auf etwas anderes einstellen. Nichts war mehr verlässlich. Anfangs ging ich noch jede Woche schwimmen. Dann ging das nicht mehr. Ich holte mir Tage hintereinander einen Schokobecher in der Eisdiele, weil mir schon schwante, dass das wohl nicht mehr lange gehen würde. So war es dann auch. War dann auch gut für mich, denn das wurde teuer.

Große Sorgen machte ich mir um meine Schwester, die mit dem Zug nach Berlin fuhr, um eine Freundin zu besuchen. Ich dachte zu dem Zeitpunkt, dass sie nicht mehr zurückkommen würde, weil ich befürchtete, dass Berlin evtl. abgesperrt würde. Glücklicherweise ging dann aber alles gut.

Alles ging so schnell. Anfangs waren die Menschen noch recht entspannt, aber zu Monatsende sah ich dann schon fast jeden mit Mundschutz umherlaufen. Alle halten nun Abstand zueinander. Vor den Supermärkten und allen noch geöffneten Läden stehen die Menschen Schlange. Wie schnell man sich doch an das alles gewöhnt. Schon verrückt.

Ausblick

Nun sollen ja die Einschränkungen bis zum 20. April andauern. Ich kann mir vorstellen, dass das für viele Menschen sehr hart werden wird. Die meisten sind es gar nicht gewohnt, mit sich selber klarzukommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele komplett ausrasten werden.

Da ich aber ein positiv gestimmter Mensch bin, denke ich, dass sich bis Ende des Monats April in irgendeiner Form eine Richtung abzeichnen wird. Ich komme zwar selber gut klar mit all dem, aber es beginnt mich auch zu langweilen. Ich hätte gerne eine Entscheidung.

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