Loslassen und neu anfangen

Bestimmt hast du auch schon versucht, dich von einem Laster zu befreien, etwas ganz Neues anzufangen, deine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Hat es geklappt?

Leider funktioniert es bei den allermeisten Menschen nicht. Klar, jeder schafft es, mal für eine gewisse Zeit täglich zu joggen, mit dem Rauchen aufzuhören, den Kontakt zu einem Menschen, der einem nicht gut tut einzustellen usw.. Erfolg haben wir aber nur, wenn wir es auch dauerhaft schaffen. Und da liegt eben der Hund begraben.

Loslassen kann richtig schwer sein

Ich möchte das hier an einem Beispiel von mir darstellen. Vor einigen Jahren wollte ich unbedingt vegan leben. Wie meistens, wenn ich etwas grundlegendes ändern will, fange ich damit zu Jahresanfang an. Also, ich ernährte mich ab Januar vegan. Es war eine ganz neue Erfahrung, bei jedem Lebensmittel, das ich einkaufte, mir durchzulesen, welche Inhaltsstoffe es enthält, auch anders zu kochen, als ich es gewohnt war. Ich wuchs da so richtig rein, und ich muss sagen, mir hat das auch richtig Spaß gemacht. Im April besuchte ich dann eine Freundin, die an der Nordsee wohnt.

„Hey“, dachte ich mir, „dort oben gibt es die leckersten Fischbrötchen, also einmal werde ich es mir gönnen zu sündigen“. Gesagt, getan, es brauchte genau ein Fischbrötchen um drei Monate veganes Leben auszulöschen.

Jeder, der schon mal mit dem Rauchen aufgehört hat, und nur mal an einer Kippe gezogen hat, kennt das. Oder du treibst Sport und gönnst es dir, mal einmal auszusetzen. Vorbei! Man schafft es dann einfach nicht mehr.

Warum ist das so? Wir alle haben ein inneres Muster in uns. Dieses wird im Laufe des Lebens immer mehr verfestigt, also immer dichter und stabiler. Und etwas, was sich im Laufe von vielen Jahren stabilisiert hat, kann man nicht so einfach zerstören. Das geht einfach nicht.

Dein inneres Muster austricksen

Wie alles im Leben, sind es die kleinen Schritte, die letztendlich zum Ziel führen. Wenn wir ein großes Ziel sofort erreichen wollen, scheitern wir. Nur sehr selten gelingt das einem Menschen und dann nur unter enormem Kraftaufwand. Wir müssen uns aber gar nicht so quälen. Es geht viel einfacher. Mit kleinen Schritten eben.

Wenn du etwas Grundlegendes in deinem Leben verändern willst, in unserem Falle hier, etwas loslassen willst, dann gelingt das am besten in drei Schritten:

  • als erstes brauchst du eine Vision. Warum willst du loslassen und was willst du damit erreichen
  • Unterteile dein Ziel (Vision) in kleine Teilschritte
  • Fange mit dem ersten Schritt an

Stell dir vor, du willst unnötigen Ballast aus deinem Leben entfernen. Wie entspannt dein Leben sein wird, ohne all diese Dinge zu horten, darauf aufpassen zu müssen. Wie angenehm, wenn du jetzt mehr Platz hast und diesen für neue und wichtigere Sachen nutzen kannst. Denk dich richtig hinein wie es für dich sein wird, wenn du alles los geworden bist, was du nicht mehr brauchst. Wie fühlst du dich? Befreit? Was machst du nun mit diesem Gefühl der Freiheit? Wie wirkt sich das auf dein Leben aus?

Du hast dir jetzt also das große Ziel gesetzt – Dinge loswerden. Es ist eher schwierig, rabiat genug zu sein und alles auf einmal zu entsorgen. Die Sachen, mit denen wir uns umgeben, haben ja auch einen emotionalen Wert. Das macht es ja so schwierig, sich zu trennen. Mach’s dir einfach, nimm dir Teilbereiche vor. Du kannst mit deinem Kleiderschrank anfangen, mit dem Keller, dem Speicher, deiner Küche. Egal, schau dich um, wovon kannst du dir vorstellen, dich leicht oder sofort zu trennen. Was möchtest du lieber nochmal überdenken und was gibst du auf keinen Fall her?

Und jetzt fange an. Fange mit den Sachen an, die dir leicht fallen wegzugeben. Der Verlust wird dir nicht leid tun und du hast einen ersten Erfolg zu verzeichnen. Erfolg beflügelt immer und es wird dir leichter und leichter fallen, den Rest deiner Habe durchzugehen.

Warum bloß ist es so schwer manche Sachen wegzugeben

Es gibt immer Dinge, die du schon ewig nicht mehr benutzt hast und eigentlich auch weißt, dass du das auch in Zukunft nicht tun wirst. Und trotzdem fällt es dir sehr schwer, dich davon zu trennen. Ich schlage vor, mach dir keine großen Gedanken darüber. Nimm es einfach hin. Wenn du dich nicht trennen kannst, dann lass es. Jetzt, wo du dein Bewusstsein darauf trimmst, dich mit Loslassen zu beschäftigen, arbeitet dein Unbewusstes von ganz alleine. Früher oder später wirst du eine Antwort bekommen. Lass es einfach reifen

Wo gehobelt wird, da fallen Späne

Ja, an dem Sprichwort ist was dran. Wenn du Ballast entsorgst, wird es auch immer etwas geben, was dir hinterher leid tut. Oh, wie konnte ich das bloß weggeben! Das ist normal, das gehört dazu. Das musst du einfach in kauf nehmen. Es gibt im Leben keine Veränderung, die nicht mit Schmerzen verbunden ist.

Aufbruch statt Stehenbleiben

Eine Neuorientierung ist aufregend, spannend und hält dich innerlich wach. Lass dich drauf ein, und du wirst sehen, wie bereichernd dein Leben sein wird. Du entdeckst das Leben, vor allem deinen Alltag, neu. Ganz wichtig auch, es hält dich jung. Jung wirken wir nämlich nicht, weil wir viel Sport treiben und ausgiebige Kosmetikanwendungen nutzen, was durchaus sinnvoll sein kann, aber wirklich jung sehen wir aus und fühlen wir uns, wenn wir innerlich bereit sind, uns immer wieder auf neues einzulassen.

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