Fehler sind dazu da, dich besser kennenzulernen

"Aus Fehlern lernt man". Ist das wirklich so? Oder neigen wir nicht eher dazu, Fehler immer und immer wieder neu zu machen ohne es zu merken. Das führt zu Verdruss und schnell stecken wir in einer Sackgasse fest.

Fehler machen

„Aus Fehlern lernt man“, so heißt es. Ich habe mich früher immer gefragt, warum ich dann stets die gleichen Fehler mache. Und manche auch noch über Jahrzehnte hinweg. Natürlich wurde mir immer erst viel später klar, dass ich meine Fehler wiederholte. Auf jeden Fall war der Spruch, dass man aus seinen Fehlern lernt für mich nie stimmig. Ich war vielmehr frustriert, warum ausgerechnet ich nichts draus lerne.

Mehr vom selben

Die Frage habe ich mir immer wieder gestellt. „Wieso lerne ich nicht aus meinen Fehlern?“ Es hat lange gedauert, bis ich auf Antworten kam. Im Grunde ist es einfach. Wir neigen dazu, mehr vom selben zu machen. Was ich damit meine ist, dass wenn etwas nicht in unserem Sinne funktioniert, wir es dann noch intensiver und gründlicher probieren. Also die gleiche Strategie weiter verfolgen. Mehr vom selben eben. Und genau deswegen kommen wir immer auf das gleiche Ergebnis. Also auf das, was wir ja nicht wollten.

Ihr kennt vielleicht auch Leute, die euch erzählt haben, dass sie 100 Bewerbungen abgeschickt haben und immer noch keine Stelle haben. Sowas in der Art eben. Man steigert seine Aktivitäten und intensiviert seine Bemühungen und trotzdem kommt nichts dabei heraus.

Warum wir uns so blockieren

Wir sind halt alle ego-verhaftet und wollen nicht einsehen, dass unsere Strategie nicht richtig ist. Das läuft unbewusst ab, und wir kriegen es nicht wirklich mit. Es würde unseren Stolz verletzen, wenn wir zugeben würden, dass wir den falschen Weg gehen.

Es geht im Leben immer ums Hinterfragen und sich selber in Frage zu stellen ist besonders schwer. Aber genau das ist wichtig, denn sonst kommen wir nicht weiter.

Also, um beim obigen Beispiel zu bleiben, macht es wenig Sinn, noch weitere hunderte Bewerbungen zu versenden. Möglich, dass dabei eine Arbeitsstelle herausspringt. Doch der Weg dahin ist mit sehr viel Frust und Desillusion gepflastert und langfristig wahrscheinlich auch unbefriedigend.

Mach mal Pause!

Wenn du etwas intensiv verfolgst und dich bemühst und immer wieder auf die Schnauze fällst, dann ist das ein Zeichen, dass du auf dem falschen Weg bist. Jetzt ist der Zeitpunkt innezuhalten und eine Pause einzulegen. Es macht einfach keinen Sinn, dass du dich weiter bemühst.

Um wieder das obige Beispiel heranzuziehen, ändere deine Strategie!

  • du lässt das Thema Jobsuche komplett fallen
  • du schreibst keine einzige Bewerbung mehr und informierst dich nicht mehr über offene Stellen
  • dieses geistige Vakuum nutzt du jetzt, um herauszufinden, was du gerne machst

Jetzt fange an, dich mit den Dingen zu befassen, die dir Freude bereiten und dich innerlich bereichern. Mach dir kein schlechtes Gewissen. Die letzte Zeit hat dir doch klar gezeigt, dass du mit deiner Strategie keinen Erfolg hast, also kannst du jetzt ruhig „faul“ sein. Das sollst du sogar, denn nur das hilft dir weiter.

Loslassen, mein Credo, ist auch hier der Schlüssel zum Erfolg. Erst wenn wir loslassen, haben wir eine echte Chance. Alles andere ist Plackerei und Frustration.

Betrachte dich objektiv von außen

Mach nicht einfach so weiter. Hör auf, dich anzustrengen. Tritt aus deiner Tretmühle heraus und betrachte dich von außen und stell dir die richtigen Fragen

  • was ist es, was mich innerlich antreibt
  • was ist der rote Faden in meinem Leben: womit habe ich immer wieder die gleichen Probleme und was könnte mir das sagen?
  • was ist mein drängendstes Problem
  • was läuft gut bei mir, was gelingt mir leicht und macht mir keine Probleme
  • Was macht mir richtig Spaß

Es ist wichtig, dass du immer die Verantwortung bei dir selber suchst. Schuldige im Außen sind nur vordergründig

  • ein mieser Chef
  • eine intrigante Kollegin
  • ein gehässiger Nachbar
  • ein unaufmerksamer Liebhaber
  • ein undankbares Kind

Alle diese sind nur ein Spiegel für dich, um zu erkennen, was du selber dazu beiträgst, um diese in dein Leben zu ziehen.

Lass dich doch einfach mal treiben

Um wieder mein Beispiel zu strapazieren. Es macht keinen Sinn, wenn man sich darüber aufregt, dass andere schneller eine Stelle finden als man selber. Dass die Welt ungerecht ist und die eigenen Fähigkeiten nicht anerkennt. Wer mit diesem Bewusstsein weiter Bewerbungen schreibt, wird auch weiterhin erfolglos sein.

Selbsterkenntnis ist der Schlüssel. Auch wenn du nicht gleich erkennen kannst, warum du in bestimmten Bereichen immer wieder scheiterst und wieso dein Weg dir nicht weiterhilft, lass es einfach mal so stehen. Nimm es an und mache dir keine Gedanken darüber.

Erst einmal loslassen und dich auf etwas ganz anderes konzentrieren hilft dir klarer zu sehen und verhilft dazu, dass du innerlich reifst und sich etwas neues in dir entwickeln kann.

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