Eingefahrene Gewohnheiten verändern

Eingefahrene Gewohnheiten zu verändern ist wohl eine der schwierigsten Herausforderungen für uns. Natürlich ganz besonders im fortgeschrittenen Alter. Wie in so vielen Dingen ist uns oft gar nicht bewusst, dass wir immer noch Gewohnheiten pflegen, die längst überholt sind.

Die einfach nicht mehr zu uns passen. Oder, dass wir Gewohnheiten haben, mit denen wir uns selbst einschränken oder gar schaden.

Bei anderen Menschen stellen wir das ja auch viel eher fest. Ein ziemlich bizarres, irgendwie auch liebenswertes, Beispiel möchte ich hier mal anführen.

Ich fuhr jeden Morgen mit dem gleichen Bus zur gleichen Zeit. Dabei kamen wir gegen 07.50 Uhr am örtlichen Supermarkt vorbei. Dieser öffnete damals immer pünktlich um 08.00 Uhr morgens. Und jeden Morgen, stets 10 Minuten vor Öffnung stand dort ein mir bekannter Ortsansässiger. Ich wusste, dass er ca. 5 Minuten Fußweg vom Supermarkt weg wohnte und als Rentner sich seine Zeit auch einteilen konnte. Also, wieso stand er jeden Morgen 10 Minuten vor dem verschlossenen Laden und das bei jedem Wetter. Egal wie sehr es stürmte oder regnete, er wartete stoisch, bis das Geschäft öffnete.

Ich behaupte, dass dieser Mann seine Gewohnheit nie hinterfragt hat. Wahrscheinlich war ihm nie bewusst, wie eigentlich bekloppt sein Verhalten war.

Ich könnte noch etliche solcher völlig abgefahrenen Verhalten hier aufführen, aber es geht ja bei diesem Beispiel nur darum, aufzuzeigen, dass wir Gewohnheiten, die vielleicht nicht so ausgefallen sind, wie das genannte, haben und die uns gar nicht mehr bewusst sind.

Es fällt ja schon schwer genug, eine Gewohnheit, die wir nicht mehr akzeptieren, bei uns zu ändern. Wieviel schwerer ist es also, eine eingefleischte Gewohnheit überhaupt zu erkennen. Manchmal fällt es uns wie Schuppen von den Augen und wir denken: warum mache ich das überhaupt? Ja, das kommt auch vor. Eher aber ist es doch so, dass wir gar nichts erkennen.

Da ist minimalistisches Denken eine wertvolle Hilfe. Wenn du dich darauf trimmst, immer das wesentliche herauszukristallisieren, schärfst du dein Bewusstsein. Wenn uns Gewohnheiten, die uns behindern, nicht bewusst sind, dann verlieren wir daran Zeit, wahrscheinlich auch Geld und auf jeden Fall Energie.

Es ist sinnvoll, dich hin und wieder zu beobachten, um zu sehen, wie du z.B. dein Essen zubereitest, dich ankleidest, völlig egal welche Verrichtung du gerade machst. Schau dich von außen an. Vielleicht fällt dir auf, dass du unnötig viele Schritte machst, um eine bestimmte Sache zu tun.

Es geht immer auch um Achtsamkeit. Natürlich wäre es Unsinn, alles und jedes zu hinterfragen, damit würden wir ja unser Leben völlig blockieren. Fang einfach damit an, Achtsamkeit zu üben. Es hat auch was mit Selbstliebe zu tun, wenn du dir gegenüber aufmerksamer bist. Schau genauer hin, wie und warum du etwas so tust, wie du es tust.

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